Sonntag, 26. September 2010

Matera & Altamura & Monopoli:
Matera, das mit seinen bedeutenden Grottenkirchen zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, erwartet uns mit einem überwältigenden Eindruck. Die Kathedrale von Altamura ist die einzige Kirche Apuliens, die auf ausdrücklichem Befehl und Kosten Friedrichs II errichtet wurde. Ein kurzer Aufenthalt in Polignano a Mare rundet das Tagesprogramm ab.



Die Strecke der Rundfahrt beträgt ca. 220 km. Auch heute gibt es auf der Strasse keine Probleme. Das Wetter ist heute wieder sonnig und warm (bis 26)



Nach dem Frühstück fahren wir heute in die Region Basilicata in der die Höhlenstadt Matera liegt. Von einem Hügel gegenüber der Stadt bekommen wir einen Gesamteindruck der Stadt. Danach fahren wir auf die andere Seite des Tales zum Busparkplatz der Stadt. Um in die Altstadt zu gelangen müssen wir durch enge, ziemlich steile Gassen bis hinunter zum Fluss gehen. Wir müssen natürlich auch wieder zurück zum Bus hinauf zum Parkplatz teils über Stiegen, oder durch steile Gässchen gehe.
In einem Restaurant machen wir Mittagspause und gelangen gestärkt zum Bus.



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Matera
ist eine Stadt in der süditalienischen Region Basilicata mit mehr als 60.000 Einwohnern und Hauptstadt der Provinz Matera.
Die Stadt liegt auf der karstigen Hochebene der Murge oberhalb des tief eingeschnittenen Tals des Gravina di Matera.

Die beiden Sassi, von denen es in der Umgebung noch mehr gibt, sind das außergewöhnliche Beispiel einer Höhlensiedlung im mediterranen Raum. Das bereits seit der Jungsteinzeit besiedelte Gebiet kann als eine der ältesten Städte der Welt gelten. Nach der griechischen, römischen, langobardischen und byzantinischen Geschichte, die Matera mit ganz Süditalien teilt, verwüsteten 938 Sarazenen den Ort. Er kam 1043 unter normannische Herrschaft, wurde Königssitz und gelangte so zu beträchtlichem Reichtum. Diese Blüte setzte sich unter den anschließenden Regimentern der Staufer und Anjou fort. Danach wurde Matera mehrere Jahrhunderte von lokalen Adeligen beherrscht, wobei es zu Rivalitäten, Machtkämpfen und Revolten kam; so wurde 1514 der neapolitanische Graf Giancarlo Tramontano bei einem Aufstand der Materaner getötet.

Während Matera bis 1663 zu Apulien bzw. der Küstenstadt Otranto gehörte, wurde es anschließend zu Lukanien bzw. der Basilicata gerechnet, wurde 1806 deren Hauptstadt, bis es nach einer Verwaltungsreform zur Hauptstadt der gleichnamigen Provinz wurde, die etwa die Hälfte der Basilicata umfasst. Mitte des 20. Jahrhunderts galt es als Kulturschande, dass in Italien Menschen immer noch in Höhlen lebten; Carlo Levis Erinnerungsbuch Christus kam nur bis Eboli (1944) und der gleichnamige Film von Francesco Rosi (1978) machten die katastrophalen hygienischen Zustände weltbekannt. So wurden die Bewohner in den 1950er und 1960er Jahren in neugebaute Wohnblocks umgesiedelt. Die ehemalige Handelsstadt und Lokalmetropole wurde durch die Industrialisierung des Basento-Tales zur (kleineren) Industriestadt. Da die Sassi heute eine Museumsstadt bilden, gewinnt auch der Tourismus zunehmend an Bedeutung.

Sehenswert sind die Höhlensiedlungen Sassi di Matera, die an den steilen Felshängen des zerklüfteten Flusstales der Gravina gelegene Altstadt Materas liegen. Die Sassi sind 1993 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden. Von mittelalterlichen Chronisten wurden sie „Spiegel des gestirnten Himmels„ genannt, Carlo Levi vergleicht sie dagegen mit der trichterförmigen Hölle Dantes. Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten zählen dort unter anderem die Felsenkirche San Pietro Barisano, die Torre Metellana, die Kirche San Antonio Abate, die Klosteranlage Madonna della Virtù (10. Jh.) und San Nicola dei Greci, die Krypta der Madonna degli Angioli, die Kirche San Pietro Caveoso, die Felsenkirchen Santa Maria dell' Idris und San Giovanni sowie die Felsenkirchen Cappuccino Vecchio und Cappuccino Nuovo.



Matera, dazwischen das Tal der Gravina di Matera 



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Von Matera fahren wir weiter nach Altamura.

Die Stadt von Altamura
liegt im Hinterland der Provinz Bari, fast an der Grenze zur Region Basilikata.
Funde von fossilen Skeletten, einige davon außergewöhnlich gut erhalten, wie der Mann von Altamura zeugen von der Präsenz des Menschen bereits 400.000 Jahre vor Christus. Auf das Jahr 500 v. Chr. geht die Errichtung der megalithischen Mauern zurück, die der Stadt ihren Namen gaben: Alte – Mura (hohe Mauern). Es folgte eine Zeit der Fremdherrschaften, die mit Friedrich II (1232) endeten. Seine Herrschaft gab der Stadt neuen Aufschwung auch mit dem Bau einer Kathedrale und dem Zuzug von Arabern, Griechen und Juden.
Aus jener Zeit stammt das charakteristische Aussehen der Stadt mit ihren „claustri„ (in einem winzigen Innenhof mündende Gassen), kleinen heimeligen Plätzen und Gässchen. In ihrer weiteren Geschichte erlebte Altamura die Herrschaft verschiedener Adelsfamilien, darunter jene der Familie Orsini, die Paläste und Klöster erbauen ließen. Im Jahr 1531 belegten sich die Einwohner mit zusätzlichen Steuern, um die 20.000 Dukaten aufzubringen, die für die Wiedererlangung der Freiheit ihrer Stadt notwendig waren. Diese Geste und der Mut der Bewohner brachten der Stadt den Beinamen „Löwin Italiens„ ein. Eine besondere Blütezeit erlebte Altamura zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert. 1748 wurde dann die Universität gegründet, was entscheidend zur Verbreitung der von der Französischen Revolution geprägten Ideale von Gleichheit und Freiheit beitrug. Aufgrund ihrer revolutionären Haltung wurde die Stadt 1799 vom Heer des Heiligen Stuhls belagert und geplündert. In den darauffolgenden Jahren war Altamura Sitz der Berufungsgerichtes für das Gebiet von Bari und Sitz der provisorischen Regierung Apuliens.



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Nach einem Rundgang durch Altamura fahren wir wieder zur Küste.

Ein kurzer Fotostopp in dem Ort Polignano a Mare
Der Ort liegt direkt am Meer der Adriaküste auf einem Felsplateau in 24 m Höhe und hat mehr 17.000 Einwohner. Es wird hier wohl ein Fest gefeiert, daher kommen wir in den Genuss eines Feuerwerks.

Ein schöner Tag der uns eine anderes Italien näherbrachte geht mit dem Abendessen zu Ende.



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