Dienstag, 28. September 2010

Ruvo di Puglia & Molfetta & Barletta & Trani :
Als erstes fahren wir in das überraschend grüne Ruvo di Puglia. Danach zum Dolmen di Chianca, einem der wenigen Megalithgräber Italiens, und weiter zum malerischen Hafen von Molfetta. In der Küstenstadt Barletta ist eine der raren Kolossalstatuen der antiken Epoche erhalten geblieben. Weiter führt uns der Weg nach Trani, einem der malerischsten Mittelmeerhäfen Apuliens, dessen Kathedrale eine grandiose zweiflügelige Bronzetür mit Reliefs aus dem 12. Jh. besitzt.



Die Strecke der Rundfahrt beträgt ca. 270 km. Auch heute gibt es auf der Strasse keine Probleme. Das Wetter ist heute wieder sonnig und warm (bis 26)



Um 7:00 von unserem Balkon 



Ruvo di Puglia
ist ein Dorf in der Murgia im Hinterland von Molfetta mit mehr als 25.000 Einwohner und liegt 256 m über dem Meeresspiegel. Hier werden Oliven und Wein angebaut. Während des 4. und des 3. Jh.s v. Chr. wurde hier die berühmte apulische Keramik hergestellt. Die reichen Grabbeigaben – korinthische, attische, frühe italische und apulische Vasen (berühmt ist der attische Krater mit dem Tod des Talos, des legendären Hüters von Kreta) und Goldschmuck – sind heute im Museum „Jatta“ ausgestellt, das nach dem ehemaligen Besitzer der umfangreichen Privatsammlung (nach 1820) benannt ist.
Sehenswert ist die zu Beginn des 13. Jh.s errichtete romanische Kathedrale mit ihrer imposanten Fassade. Im Innern der Kirche finden derzeit Ausgrabungen statt.
Viele Gebäude in Ruvo di Puglia wurden aus lokalem weißen Tuffstein gefertigt.

Wir besichtigen als erstes die Kathedrale Santa Maria Assunta.
Gebäude mit großem architektonischen Schwung, der durch die Neigung der Dachflächen betont wird. An der Fassade sind drei Portale zu sehen, deren drei falsche Bögen von Säulen getragen werden. Das Hauptportal ist mit Pflanzen, Tieren und menschenähnlichen Gestalten verziert. Im oberen Bereich öffnen sich eine Bifore und eine große Rosette, die vermutlich aus der Renaissance stammen. Der Innenraum wird von verschiedenartig gestalteten Pfeilern in drei Kirchenschiffe unterteilt. Die drei hohen Apsiden sind der Kathedrale von Trani ähnlich. Oben befindet sich die unvollendet gebliebene Empore.



Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.


Nach der Kirche kommen wir zum Museum „Jatta“.
Das Museum befindet sich in den Räumen des gleichnamigen, im klassizistischen Stil gehaltenen Palazzo und beherbergt herausragende Kunstwerke der bekanntesten griechischen und apulischen Vasenmaler und Künstler. Im ersten Raum befinden sich figürliche und architektonische Terrakotten, daunische "trozzelle" (Keramikgefäße) und Schwarzfirnis-Keramik mit aufgemalten Ornamenten. Im zweiten Raum sind der große "cratere a mascheroni" ("Krater mit großen Masken") mit der Abbildung der Legende von der Tötung der Niobiden zu sehen, ein Werk des Malers Baltimora. Der dritte Ausstellungsraum wird "La stanza dei Rhità” genannt. Es handelt sich dabei um Krüge in Tierform mit plastischen Verzierungen, die aufgrund ihrer großen Zahl und Vielfalt der besondere Stolz des Museums sind. Im letzten Raum befindet sich das bedeutendste Gefäß der Sammlung: Der Krater des Malers Talos in attischer Form und mit roten Figuren, der auf das letzte Viertel des 5. Jahrhunderts v. Chr. datiert wird.

Nach der Stadtbesichtigung haben wir uns einen guten Kaffee im Lokal by Miky verdient. Die Caffetteria Arcobaleno ist ein uriges Lokal und einem sehr netten Besitzer.



Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.


Bei Montalbano besichtigen wir einen der besterhaltenen Dolmen Apuliens, eine prähistorische Kult- oder Begräbnisstätte deren aufeinander gefügte Steinquader uns an Stonehenge erinnern.



Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.


Zur Mittagszeit erreichen wir Molfetta.

Molfetta ist eine Hafenstadt mit ca. 60.000 Einwohnern. Die Stadt liegt etwa 25 km nördlich von Bari.

Die Altstadt von Molfetta mit dem Duomo di San Corrado (deutsch: Dom Sankt Konrad) aus dem Jahr 1150 musste in den letzten Jahren als besonders drastisches Beispiel für Stadtentkernung dienen. Sie war nahezu aufgegeben und ruiniert. Eine Generalsanierung soll sie nun wieder bewohnbar machen und dem Tourismus erschließen.

In der Region um Molfetta werden Oliven und Wein angebaut.

Das Mittagessen nehmen wir in einem Restaurant ein, aber wie in Italien es halt so ist dauert die Zubereitung seine Zeit. Daher haben wir, 6 Personen, beim Treffpunkt zum Bus fast 1/2 Stunde verspätung. Es tut und leid.



Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.


Von Molfetta fahren wir nach Barletta wo wir kurz Halt machen um den Koloss zu besichtigen.
Barletta ist eine Hafenstadt mit fast 95.000 Einwohnern.

Barletta wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. unter dem Namen Bardulos gegründet. Im Mittelalter war die Stadt eine normannische Festung und erreichte unter der Dynastie der Anjou-Plantagenet ihre höchste Blüte. Im Jahre 1503 fand hier eine italienisch-französische Auseinandersetzung statt, die als Disfida di Barletta bekanntgeworden ist.
Sehenswert sind der Dom aus dem 12. bis 14. Jahrhundert, ein Kastell der Staufer aus dem 13. und 16. Jahrhundert und der sogenannte Koloss von Barletta, eine Bronzestatue eines römischen Kaisers aus dem 5. Jahrhundert. Im Südwesten der Stadt liegt das Schlachtfeld von Cannae.

Auf der linken Seite der Basilika Santo Sepolcro erhebt sich der Koloss, eine über 5 m hohe Bronzestatue, von der angenommen wird, dass sie aus der Zeit zwischen dem Ende des 4. und Anfang des 5. Jahrhunderts n.Chr. stammt. Sie gehört zum Kreis der Beispiele für Kolossstatuen, die in der Spätantike häufig anzutreffen waren. Das Gesicht hat die gut ausgeprägten Gesichtszüge eines circa vierzigjährigen Mannes, die sich – zusammen mit einer würdevollen, stilistischen Stattlichkeit – gut für die Darstellung eines Kaisers (vielleicht Valentinian I, 364-375 bzw. laut anderen Studien Theodosius II, 401-450) eignen. Die Kleidung bestätigt diese Auslegung, da sie für einen hochrangigen Heerführer aus der Zeit zwischen dem späten römischen Kaiserreich und dem byzantinischen Reich mit einem in die Kaiserkrone eingearbeiteten Diadem typisch ist. Weitere Elemente, die das für die Zuweisung erforderliche Bild vervollständigen, sind die Symbole der kaiserlichen Großartigkeit, das Kreuz in der rechten und die Kugel in der linken Hand.



Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.


Von Barletta fahren wir nach Trani, dem letzten Besichtigungspunkt des heutigen Tages. Hier sehen wir unter anderem die Kathedrale, leider nur von aussen da gerade ein Begräbis stattfindet. In einem Lokal gönnen wir uns ein Eis und einen Eiskaffe. Interessant ist es auch das beobachten der Fischerboote die mit ihrem Fang in den Hafen zurückkommen.

Trani, im Altertum Turenum, ist eine süditalienische Hafenstadt mit ca. 54.000 Einwohnern.
Die Hoch- und Blütezeit Tranis lag in der Zeit der Kreuzzüge im 12. und 13. Jahrhundert, als Kreuzfahrer und Kaufleute vor allem von Bari und Trani aus in das Heilige Land fuhren. Davon zeugt die Kathedrale, die einzigartig unmittelbar am Meer gelegen in die Ferne weist. Seit 2008 ist Trani eine der drei Hauptstädte der neu gegründeten Provinz Barletta-Andria-Trani.

Die Kathedrale San Nicola Pellegrino (dt. Sankt Nikolaus, der Pilger) in Trani ist die Bischofskirche des Erzbistums Trani-Barletta-Bisceglie.
Der Bau der Kathedrale wurde 1097 begonnen, hatte aber erst nach 1150 ihre entscheidende Bauphase und trat 1159 bis 1186 in ihre entscheidende Bauphase.

Der Campanile der Kathedrale ist über einer Durchfahrt direkt mit der Kathedrale verbunden. Vermutlich war in früheren Zeiten eine solche Durchfahrt am Rande eines ehemals dicht umbauten Platzes hier nötig, weil es für die Fahrzeuge sonst keine andere Möglichkeit gab, auf den Platz zu gelangen. Die Innenseite des Campanile greift in den unteren beiden Geschossen in etwa die Bogengliederung der Kirchenfassade auf. Er war so baufällig geworden, dass er 1952 vollständig abgetragen und auf gesicherter Grundlage neu wiederaufgebaut werden musste. Der Eingang der Kirche liegt nicht zu ebener Erde, sondern auf einem Treppenaufgang, da der ganze Bau von einer Unterkirche unterfangen ist. San Nicola Pellegrino ist also wie die Basilika San Francesco in Assisi eine Doppelkirche.

Um ca. 17:00 verlassen wir die Stadt und fahren zurück zu unserem Hotel in Savelettri.



Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.